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Matthias Naab und Marcus Trapp „Fähnchen statt echter Digitalisierung“

24 Oct 2017

Touchbedienung, Sprachbedienung, Gestensteuerung: Verglichen mit den Anfangszeiten des Computers haben Programme und Anwendungen in Sachen Bedienung riesige Fortschritte gemacht. Perfekt sind die Nutzeroberflächen aber noch lange nicht. Dr. Matthias Naab (Abteilungsleiter Architecture-Centric Engineering) und Dr. Marcus Trapp (Abteilungsleiter User Experience and Requirements Engineering) vom Fraunhofer IESE über gelungene Benutzerführung und die Herausforderungen der „Digitalen Transformation“.

Frage: Was ist Ihre Aufgabe beim Fraunhofer IESE? Was macht ein Abteilungsleiter?

Marcus Trapp: Wir sind ein angewandtes Forschungsinstitut für Software Engineering. Wir unterstützen Unternehmen dabei, innovative Softwaresysteme zu entwickeln und innovative Entwicklungsmethoden erfolgreich einzuführen. Da Software heute der wichtigste Innovationstreiber quer durch alle Branchen ist, kommen auch unsere Kunden aus unterschiedlichsten Branchen. Als Abteilungsleiter verantworten wir die Weiterentwicklung von Kompetenzen im Bereich Softwarearchitektur, Requirements Engineerung und User Experience. Wichtig ist uns dabei, selbst auch noch viel mit Kunden in Projekten zu arbeiten.

Frage: Offenbar sind Sie ein Bewunderer von Googles Softwarearchitektur. Als Beispiel ziehen Sie gerne Google-Maps heran. Was macht den Dienst denn so benutzerfreundlich?

Matthias Naab: Die Verbindung von Softwarearchitektur und User Experience wird landläufig gerne vernachlässigt. Nur in sehr guter Abstimmung dieser beiden Disziplinen kann jedoch ein tolles Softwareprodukt gebaut werden. Uns ist deshalb die Verknüpfung der beiden Themen sehr wichtig. Wir arbeiten seit langem sehr eng zusammen und möchten die Wichtigkeit auch bei Kunden und in Vorträgen betonen. Dabei waren wir auf der Suche nach einem guten Beispiel, an dem man anschaulich die Bezüge erklären kann und haben uns letztlich für Google Maps entschieden. Google Maps gelingt es, zahlreiche Features rund um Karten und Navigation bereitzustellen und genauso intuitiv benutzbar zu machen wie die vielgerühmte Google Suche.

Frage: Können Sie ein prominentes Beispiel nennen, bei dem Sie die Benutzerführung für misslungen halten?

Marcus Trapp: Dabei können wir eigentlich direkt im Bereich Navigation bleiben: Selbst in modernsten Fahrzeugen fällt häufig die Benutzung des Navigationssystems schwer. Gerade Nutzer von Mietwagen verschiedener Marken werden uns sicherlich zustimmen, dass die Benutzung des Navigationssystems alles andere als intuitiv ist. Trotz Sprachsteuerung, Multi-Touch, Gestensteuerung, Handschrifterkennung und zu vielen Hardware-Knöpfen wird schon die Adresseingabe oft zu einer langwierigen Aufgabe.

Frage: Sie betonen immer wieder die Herausforderung der „Digitalen Transformation“. Welchen Aufgaben müssen sich Unternehmen stellen?

Matthias Naab: „Digitale Transformation“ hört sich manchmal so an, als würden wir erst in letzten wenigen Jahren anfangen, massiv auf Software zu setzen. Tatsächlich ist Software seit mehr als 50 Jahren auf dem Vormarsch und hat seitdem nahezu alle Lebensbereiche durchdrungen. Trotzdem stehen Unternehmen in jüngster Zeit vor allem vor drei neuen Herausforderungen:

  • Sie müssen schneller mit ihren Produkten/Services am Markt sein: Short Time-To-Market, Minimum Viable Product (MVP) First-Mover-Advantage.
  • Sie müssen ihren Kunden in kürzeren Abständen neue Features liefern (kürzere Innovationszyklen).
  • Sie können für größere Innovationen, auch branchenübergreifende, Ökosysteme aufbauen, die komplett neue Geschäftsmodelle ermöglichen, die in der „analogen“ Welt gar nicht möglich wären: die Plattform-Ökonomie.

Frage: Sind Sie denn mit dem Stand der Digitalisierung in deutschen Unternehmen zufrieden?  

Marcus Trapp: Klare Antwort: Nein.

Frage: Wo drückt denn der Schuh? Was schlagen Sie vor, um die Situation zu verbessern?

Matthias Naab: Hier gibt es viele Aspekte zu betrachten, aus meiner Sicht sind vor allem zwei entscheidend:

  • Zunächst müssen noch mehr deutsche Unternehmen wirklich verstehen, was digitale Transformation für die Weltwirtschaft bedeutet. Dazu ist noch viel weitere Aufklärungsarbeit nötig.
  • Noch viel zu häufig wird in Deutschland Digitalisierung nach dem Prinzip „Wir machen das mit den Fähnchen“ vorangetrieben, ähnlich wie bei der Sparkassenwerbung über die „08/15 Bank“. Zu oft werden existierende Geschäftsmodelle durch Software nur in kleinem Umfang verbessert statt darüber nachzudenken, welche neuen Geschäftsmodelle durch Software möglich wären. Nachdem schon viele Geschäftsmodelle durch Start-Ups (häufig aus USA, zum Beispiel AirBnB) disruptiv verändert wurden, widmen sich immerhin nun auch vermehrt deutsche Firmen dieser Idee.

Man darf bei diesen neuen Geschäftsmodellen auch nicht zu kurz denken. Ein Beispiel: Während sehr häufig nur die Optimierung von Antriebsvarianten für Autos diskutiert wird, steht eigentlich eine Transformation an, in der nicht mehr Fahrzeuge selbst, sondern Mobilität gehandelt werden.

 

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